Technologie-Institut in Wissen beflügelt regionale Mittelständler
Forschen, prüfen, fertigen – TIME ist Partner der regionalen Wirtschaft
WISSEN (wl) – Aus Kostengründen und mangels Fachpersonal können sich mittelständische Unternehmen oft keine Forschungsabteilung leisten. Hier springt das Technologie-Institut TIME seit über 15 Jahren ein und unterstützt Firmen bei Schweißprozessoptimierung, Prototypenbau, Materialprüfungen, Kleinserienfertigung und vielem mehr. Aktuell läuft ein Forschungsprojekt mit dem Ziel, beim Vorwärmen von Bauteilen enorm Energie, Zeit und Kosten zu sparen.
Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) geht es wie den Konzernen: ohne technologische Weiterentwicklung können sie kaum im globalen Wettbewerb konkurrieren. Aber aus Kosten- und Personalgründen ist es vielen Firmen aber kaum möglich, eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung oder einen Prototypenbau zu unterhalten. Hier kommt das Technologie-Institut für Metall und Engineering GmbH (TIME) in Wissen ins Spiel, dass sich seit Gründung vor über 15 Jahren zu einem verlässlichen Partner der metallverarbeitenden Industrie entwickelt hat. Mehrere hundert Kundenprojekte hat TIME mittlerweile durchgeführt.
Dreimal höhere Schweißkompetenz als im Bundesdurchschnitt
„Laut einer Studie ist die schweißtechnische Kompetenz in unserer Region dreimal so groß wie im Bundesdurchschnitt. Und wir sind die einzige unabhängige Forschungseinrichtung im Land, die sich intensiv und vor allem ganzheitlich und anwendungsorientiert mit Schweißtechnik beschäftigt“, erklärt TIME-Geschäftsführer Dr. Ralf Polzin. „Ganzheitlich bedeutet, dass wir uns beim Schweißen die Konstruktion, die Werkstoffe und die Verfahren aber auch Automatisierung und simulationsbasierte Optimierungsoptionen in Summe ansehen und aufeinander abstimmen. Dazu gehört auch die Anwendung von Künstlicher Intelligenz.“
Wie sich beim Schweißen Energie, Zeit und Kosten sparen lassen
Eines der aktuellen Forschungsprojekte des TIME heißt „InduHAZ“, bei dem die bisher genutzte Technik des großflächigen Vorwärmens von Werkstücken per Flamme durch ein Induktionsverfahren ersetzen werden soll. Dazu wird ein Induktor-Kopf unmittelbar vor dem MAG-Brenner installiert. Der Induktor erwärmt das Werkstück unmittelbar vor dem eigentlichen Schweißvorgang gezielt und lokal begrenzt, was Energie, Zeit und damit Kosten spart. „Das anwendungsorientierte Forschungsvorhaben wird gefördert von der DBU, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt“, freut sich Dr. Polzin.
Bis 300.000 Tonnen CO2 einsparen
Bei herkömmlichen Vorwärm- und Schweißprozessen kommt beispielweise das Gas Acetylen zum Einsatz. Ließe sich nur 1% des weltweiten jährlichen Acetylenverbrauchs durch die induktive Vorwärmung substituieren, so würde das alleine einer Einsparung von über 200.000 Tonnen CO2 entsprechen, haben die TIME-Experten berechnet. „Da unser Verfahren den zu erwärmenden Bereich zusätzlich stark verkleinert, gehen wir von einer Einsparung in der Größenordnung von 300.000 Tonnen CO2 aus“, so Projektverantwortlicher Robin Mai.
Erweitertes Prüflabor und neuer 7-Achs-Roboter
Materialprüfungen sind unerlässlich im Bereich der Metallbearbeitung. Hier unterhält TIME ein modernes Testlabor, deren Technik permanent aktualisiert und ausgebaut wird. Jüngste Investitionen sind beispielsweise ein optisches Messsystem, das die klassischen Dehnungsmessstreifen ersetzt und Proben mechanisch nicht beeinflussen. Oder der Prüfstand, mit dem sich tausende Fotos von laserbeschichteten Oberflächen für eine KI-Datenbank aufnehmen lassen. Ebenfalls neu ist eine halbautomatische Trennmaschine, mit der sich Proben materialschonend mit geringer Wärmebeeinflussung trennen lassen.
Auch im Bereich der Fertigung rüstet TIME konsequent auf. Neu ist hier die Investitionen in moderne 7-Achs-Roboter, mit dem sich Schweißversuche ebenso realisieren lassen wie seriennahe Produktionstests und Kleinserienfertigung. „Gerade hier sehen wir ein großes Wachstumspotenzial, weil wir Unternehmen damit gezielt unterstützen können, wenn es im eigenen Prototypenbau zeitlich eng wird, Personal fehlt oder kurzfristig Produktionsspitzen abgefedert werden müssen“, erklärt TIME-Chef Dr. Ralf Polzin.